Einstieg in X-Plane Teil 4: Wie die X-Plane Welt entsteht

Die Payware vom Flughafen Hamburg sieht teilweise nach Standardobjekte aus. Und was macht der Tower dort?

Die Payware vom Flughafen Hamburg sieht teilweise nach Standardobjekte aus. Und was macht der Tower dort?

Sehr ärgerlich, wenn man X-Plane startet und nach dem Laden feststellt, dass plötzlich größere Gebäude überall auf dem Platz herumstehen und die Szenerie komischerweise komplett anders als auf den Screenshots aussieht. Wer kennt dieses Phänomen? Wenn ja, dann möchte ich kurz erklären woran das ganze liegt.

Dieser Beitrag soll die Logik behandeln, wie X-Plane die Welt lädt und darstellt. Die Logik ist eigentlich recht einfach, jedoch benötigen wir dafür einen Texteditor. Beim Mac und auch beim Linux sind sehr gute Editoren bereits dabei. Für Windows empfehle ich den kostenlosen Editor Notepad++.

Der Hamburger Flughafen ohne störende Objekte.

Der Hamburger Flughafen ohne störende Objekte.

Das was wir nun innerhalb von X-Plane sehen, also die X-Plane Welt ist in gewisser Weise ein Abbild der „echten“ Welt. Bei diesem Abbild werden viele Teile vereinfacht dargestellt. Zwar versuchen die Szenerieentwickler so real wie möglich zu sein, jedoch ist das unheimlich aufwändig und kann nur für kleine Bereiche, wie z.B. den Flughafen gelten. Der große Rest der Welt wird durch Standardobjekte und Standardtexturen gefüllt. Aus diesem Grund sehen die Städte und Regionen in Europa ein wenig nach nordamerikanischen Vororten aus.  An der Stelle sprechen wir von der Standardszenerie (auch Global Scenery genannt), welche mit X-Plane ausgeliefert wird.

Installationsmenü für die Globale Szenerie in X-Plane

Installationsmenü für die Globale Szenerie in X-Plane

Diese globale Szenerie kann mittels der Installations DVD installiert bzw. auch deinstalliert werden. Der Dialog dazu sollte aus der Installation von X-Plane bekannt sein. Diese globale Szenerie beinhaltet neben Definitionen zu den Straßen, Wäldern, Städten uws. auch das Höhenmodell für die Darstellung des Bodens. Diese Informationen werden immer als erstes geladen.

Diese Szenerie wurde durch ein Programm automatisch generiert (auch autogen abgekürzt). Dafür benutzt wurden dien frei zugänglichen Daten von OpenStreetMap (auch OSM abgekürzt). D.h. jedes Haus, welches dort erfasst ist, kann auch Teil von X-Plane werden. Leider werden nicht alle Objekte in die Standard Szenerie aufgenommen. Das hat wahrscheinlich auch Performancegründe. Da die OSM Daten bei weitem noch nicht vollständig sind und laufend ergänzt werden, sind auch noch nicht alle realen Objekte Teil von X-Plane. Eine Aktualisierung der globalen Szenerie erfolgt in unregelmäßigen Abständen.

Aber es gibt auch eine Möglichkeit mehrere Objekte und einen aktuelleren OSM Stand zu verwenden. Hierfür gibt es auch Autogen Szenerien für verschiedene Länder. Eine Quelle dafür wären z.B. simHeaven.com oder auch X-Plane.org. Diese Szenerien besitzen dann Objekte für ganze Länder oder sogar Europa. Erzeugt wurden diese in der Regel mit dem Programm osm2xp. Da ganze Länder nun Teil dieser Szenerien sind, kommt es auch zu Überschneidungen. Zum einen gibt es dann Definitionen durch die OSM Szenerie aber dann auch durch die Szenerie für einen Flugplatz.

An dieser Stelle machen wir nun einen kleinen Exkurs. Viele kennen vielleicht noch aus der Schule den guten alten Tageslichtprojektor. Dort gab es auch die Möglichkeit mehrere Folien übereinander zu legen. Das Ergebnis war, dass dabei alle Folien übereinander dargestellt wurden. So ähnlich ist das bei X-Plane auch. Wenn jetzt zum Beispiel für den Flughafen Hamburg mehrere Szenerien vorhanden sind, dann werden die Gebäude aus allen Szenerien dargestellt. Ähnlich wie wenn man auf einen Tageslichtprojektor mehrere Folien gleichzeitig legt. X-Plane verschmilzt dabei einfach die Objekte. Aus diesem Grund kommt es teils zu den am Anfang beschriebenen Effekt.

Inhalt des Custom Scenery Ordners

Inhalt des Custom Scenery Ordners

In dem Beispiel vom Anfang waren es nun zwei Szenerien, welche im Custom Scenery Ordner für Hamburg vorhanden sind. Das eine ist die Payware Szenerie von Aerosoft und die andere ist die Default Szenery für Hamburg von X-Plane (wobei in dem Fall auch von Aerosoft). Es gibt in diesem Fall nun zwei Möglichkeiten.

Möglichkeit 1: Einfach die Szenerie löschen, welche man nicht haben möchte. Das ist relativ einfach. In diesem Fall wird jedoch bei jedem Update diese Standardszenerie durch den Updater wieder installiert.

Die Datei scenery_packs.ini mit deaktivierten Szenerien

Die Datei scenery_packs.ini mit deaktivierten Szenerien

Möglichkeit 2: Deaktivieren der störenden Szenerie. Dies erfolgt über die Datei scenery_packs.ini, welche im Custom Scenery Ordner zu finden ist. In dieser Datei sind nun alle Szenerien aufgeführt. Jede Zeile beginnt dabei mit SCENERY_PACK. Soll nun eine Szenerie nicht mehr durch X-Plane geladen werden, so muss der Befehl einfach durch SCENERY_PACK_DISABLED ersetzt werden.

Diese Datei beinhaltet alle Szenerien aus dem Custom Scenery Ordner und wird bei jedem X-Plane Start aktualisiert. Neue Szenerien werden dabei einfach oben angehängt. Die hier aufgeführte Reihenfolge entspricht auch der Reihenfolge, wie die Szenerien geladen werden, wobei die letzte Szenerie in der Datei als erstes und die oberste Szenerie in der Datei als letztes geladen wird. Diese Reihenfolge ist dabei gar nicht so unwichtig. Damit dieser Beitrag nicht zu lang wird, werde ich auf die Reihenfolge im nächsten Teil eingehen.

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