Was macht eine gute X-Plane 10 Szenerie aus?

X-Plane 10 ist immer noch nicht in einer zu 100% stabilen Version vorhanden und es tauchen immer mehr hochwertige Payware Add-Ons auf. Doch was macht eigentlich eine typische X-Plane 10 Szenerie aus und was ist zu beachten? Anlass für diesen Artikel ist der Blogeintrag von Flightime56 im X-Plane 10 Blog.

Folgende Punkte müssen durch eine gute Szenerie erfüllt werden:

  • Die Koordinaten müssen denen aus der Wirklichkeit entsprechen.
  • Aktive Beleuchtung muss unterstützt werden.
  • Nachttexturen müssen vorhanden sein.
  • Sobald das Lego-Brick System von XP10 verwendet wird, ist die Szenerie nicht mehr kompatibel zu XP9.

Einbindung in die OpenStreetMap-Welt

Zu Anfang ist das einem zwar kaum bewusst, denn vieles ist gleich geblieben, aber es gibt auch sehr große Unterschiede zwischen XP9 und XP10. Die Neuerungen in XP10 wirken sich dabei gravierend auf die Erstellung und Verwendung von Szenerien aus.

Ab der Version 10 verfolgt Laminar Research ein ganz neues Konzept für die Abbildung der wirklichen Welt innerhalb eines Flugsimulators. Echte Daten aus dem OpenStreetMap Projekt wurden verwendet, um Städte, Straßen und Flüsse abzubilden. Dadurch findet sich die echte Welt in einer sehr guten Qualität innerhalb des Simulators wieder.Dieses Konzept ermöglicht es ohne weitere Add-Ons VFR Flüge durchzuführen, da eine Orientierung an Straßen und Flußläufen möglich ist.

Die Straße hinter dem Hangar in EDMJ

Diese exakte Abbildung der Wirklichkeit stellt dabei weitere Anforderungen an die Szenerien. Die einzelnen Elemente wie z.B. Gebäude, Taxiways oder auch die Runway müssen dabei exakt an den echten Koordinaten ausgerichtet werden. D.h. für die Erstellung der Szenerie müssen auch die Openstreetmap Daten berücksichtigt werden, denn nur so ergänzt die Szenerie die Standardszenerie. Werden diese Eckdaten nicht berücksichtigt, kann es passieren, dass Straßen im Nichts oder mitten auf der Runway enden. Theoretisch wäre es auch möglich entsprechende Exclusions zu setzen, dann würden die Straßen komplett ausgeblendet, was jedoch zur Folge hat, dass ein Flugplatz wieder isoliert im nichts steht. Eine gute Szenerie für XP10 ergänzt somit die OSM-Welt. Dadurch gibt es Verkehr und Straßen in unmittelbarer Platznähe und die Übergänge sind fließend.

Ein weiterer Vorteil entsteht für alle Online Flieger. Da Online verschiedene Flugsimulatoren und verschiedene Szenerien aufeinander treffen, kann es dabei zu einen Versatz kommen. Denn durch eine nicht korrekte Ausrichtung einer Szenerien scheint es für die Mitspieler so, dass das Flugzeug irgendwo neben der Piste landet oder startet. Die einzige langfristige Lösung für den sogenannten Szenerieversatz ist, dass sich der Entwickler der Szenerie an den echten Koordinaten orientiert. Wenn sich zukünftig alle an diese Prämisse halten, dann wird es immer seltener zu solchen Effekten kommen.

Fazit:
Eine Ausrichtung der Szenerie an den realen Koordinaten ist in XP10 notwendig, damit die Szenerie in die X-Plane Welt passt. Dieser Ansatz ist in der Regel mit X-Plane 9 kompatibel und hilft dabei auf lange Sicht den Szenerieversatz zu minimieren.

Global Lightning

Eine weitere Neuerung in XP10 sind die Beleuchtungseffekte (= global lightning). Bei aktiviertem HDR (in den Darstellungsoptionen) sind Nachttexturen nicht mehr notwendig. Das passiert dadurch, dass aktive Lichtquellen den Objekten hinzugefügt werden, welche in der Nacht die Beleuchtung der Objekte vornehmen. D.h. gute Szenerien für X-Plane 10 unterstützen diese Art der Beleuchtung. Werden diese Lichtquellen den einzelnen Objekten hinzugefügt, dann ist auch eine Abwärtskompatibilität zu XP 9 gegeben. Werden Objekte aus X-Plane 10 verwendet (wie z.B. die Laternen aus dem Lego-Brick System), dann kommt es bei anderen Versionen zu Fehlern und Abbrüchen (siehe Kapitel Lego-Brick System).

Marienbrücke in Vilshofen mit aktiver Beleuchtung

Da HDR sehr rechenintensiv ist und deshalb selten aktiviert ist, müssen trotzdem Nachttexturen für die Objekte angelegt werden. Nur auf diese Weise ist es möglich, dass unabhängig von den Darstellungsoptionen (und dann auch in XP9) die Szenerie auch in der Nacht gut aussieht.

Fazit:
Moderne Szenerien müssen HDR unbedingt unterstützen und in der Nacht eine aktive Beleuchtung vornehmen. Diese Lichtquellen müssen den einzelnen Objekten der Szenerie zugeordnet werden, damit eine Kompatibilität zu XP9 bleibt. Zusätzlich kann auch die Nachttexturen nicht verzichtet werden.

Lego-Brick System

Die sogenannten Legosteine sind eine Bibliothek mit sehr hochwertigen Objekten, welche für die Erstellung von Flugplätzen verwendet werden können. Hier gibt es neben einzelnen Objekten auch fertige Szenen, welche einfach gesetzt werden können. Damit ist es möglich ohne viel Aufwand einen hochwertigen Flughafen zu erstellen. Diese Komponenten unterstützen aktive Beleuchtung und haben auch hochwertige Nachttexturen. Die einzig negative Seite daran ist, dass X-Plane 9 diese Objekte nicht kennt und deshalb auf harte Fehler läuft. Sobald also ein solche ein Objekt vorhanden ist, stürzt XP9 beim Start ab.

Landshut bei Nacht

Es ist auch sehr wahrscheinlich, dass Laminar diese Politik beibehält, um ein Update bzw. einen Kauf von X-Plane 10 attraktiver zu machen. Rein technisch wäre eine Kompatibilität leicht umzusetzen, ist jedoch verständlicherweise nicht gewollt.

Fazit:
Die Verwendung des Lego-Brick Systems ermöglicht es auf einfache Weise eine Szenerie mit hochwertigen Objekten aufzuwerten. Jedoch geht dies dann zu Kosten der X-Plane 9 User. An der Stelle muss jeder selber entscheiden, welche Zielgruppen an X-Plane Usern er unterstützen möchte.

Alles in allem bleibt hier noch zu sagen, dass X-Plane 10 durchaus ein wenig mehr von den Add-On Entwicklern abverlangt, denn damit das gesamt Konzept passt ist es auch eine Menge Arbeit. Der Vorteil dabei sind jedoch die neuen Möglichkeiten, welche anspruchsvollere Szenerien ermöglicht. Solange dabei nicht auf die X-Plane 10 Library zurück gegriffen wird, sind die Add-Ons sogar unter X-Plane 9 nutzbar.

2 Gedanken zu “Was macht eine gute X-Plane 10 Szenerie aus?

  1. Hallo Andreas,

    danke für diesen Beitrag! Ich bin Anfänger im Szenerie Design für XP und sauge daher alles auf, was ich im Netz finden kann. Ich möchte freilich gute Szenerien erstellen (das dauert natürlich einige Zeit) und da ist es wichtig, die Fallstricke zu kennen. Ich benutze GIMP, SketchUp und WED.
    Ich versuche mich derzeit an Schönhagen (EDAZ), das ich so detailliert wie möglich nachbilden möchte. Ich habe ne ganze Menge Fotos und auch Layout-Pläne der Signs und der Beleuchtuing. Die Draufsicht gibts ja gut bei Google Earth…
    Runways, Taxiways, Signs etc. waren mit WED (1.2) zunächst kein Problem, aber mit den Koordinaten habe ich Schwierigkeiten: Ich habe mir aus GE Screenshots gemacht und die Koordinaten markanter Punkte auch in GE abgelesen. Damit habe ich die Fotos in WED ausgerichtet (georefernziert) und als Hintergrund in WED eingelesen. Um das ganze Area hab ich ein EXCLUDE definiert.
    Nach Erstellung der Run- und Taxiways habe ich sie in XP 10 betrachtet und festgestellt, dass das darunterliegende Satellitenbild die Run- und Taxiways an andere Stelle hat. (einige Meter Abweichung). Auch wenn ich die „Flugkarte“ in XP10 aufrufe, sind meine Runways verrutscht :-( Stimmen die Koordinaten in Google Earth nicht?
    Die Lage der OSM-Strassen (ich habe die SimHeaven OSM-Photokacheln geladen) hab ich noch nicht geprüft. Aber ich finde es schon störend, dass meine Runways nicht zur Flugkarte passen – was läuft da schief?

    Danke und Grüsse
    Nils

    • Hallo Nils,
      danke für Deinen Kommentar. Das mit dem Versatz ist in der Tat noch ein großes Manko. Du kannst zu Kontrolle der jeweiligen Objekte ein OverlayEditor benutzen. Leider kann man dort nicht alles notwendige machen. Ich werd ziemlich zeitnah dazu noch ein kleines Tutorial machen, wo ich meine Erfahrungen beschreibe.
      Grüße
      Andreas

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